Pan Om entstand 1986 als Mittelalternative zu PanAm

 

 

Wunder-Holunder

 

Um kaum einen anderen Baum ranken sich so viele Geschichten wie um den Hollerbaum.

 

Da wir heute in der Kompostmoderne leben, einer Zeit da manches Weltbild auf dem Misthaufen der Geschichte landet, sollten wir seine Hilfe zu schätzen wissen. Damit aus Abfall wieder guter Humus werde, schichtet ein kundiger Gärtner den Mist beim Holunder auf. Und auch ausgediente Ideologien und Religionen können – entsprechend umgesetzt – der neuen Kultur zum Dünger werden.

 

In der Hausapotheke werden Holunderblütentee und –Beerensaft bei Fieber eingesetzt, aber nicht um es zu senken, sondern anzuheizen, damit dieses Feuer der Reinigung mit Krankheits-Erregern aufräumt und die Krise gemeistert wird.

 

Die Medizin, die einer global entwurzelten Wirtschaft helfen könnte, auf den Erdboden zurückzufinden, müsste ebenso wirken!

 

Aber fangen wir doch bei uns selber an! Wie wir zum Holunder kamen ist schnell erzählt:

 

In den 70gern kauften wir einen alten Bauernhof. Wir setzten uns „in die Nesseln“, denn das Anwesen war schon so „holundergekommen“, dass die Renovierung Jahre brauchte. Wenn ein Hof verlassen wird, wuchert der Holunder bald alles zu. Die Vögel verbreiten den Samen um die Gemäuer und die Wurzeln lockern die Fundamente…Wir fanden das romantisch und lauschten gern den Reden der Alten im Dorf: Der Holunder ist ein heiliger Baum, vor dem man den Hut zieht und wer ihn fällt, der stirbt noch im selben Jahr…Wir sind einige (kleine) Tode gestorben um den Hof mit neuem Leben zu füllen! Und als er uns zu eng wurde, zogen wir los... ...landeten beim nächsten baufälligen Hollerhof...

 

Und weil das Scheunentor wieder die Flügel ausbreiten sollte, musste ein schöner Hollerbaum gefällt werden. Aber wir besprachen uns mit ihm und schlossen einen Handel ab: Er macht den Weg frei für unseren Wagen und wir helfen ihm, sich weiter im Lande zu verbreiten, indem wir sein Holz zu Amuletten und Zauberstäben verarbeiten…

 

Wir ahnten kaum, auf was wir uns da eingelassen hatten. Ihr wisst, dass wir inzwischen historische Märkte bereisen, und vielleicht kennt Ihr schon unser Sortiment an Holzschnitzereien. Der Baum hat uns beim Wort genommen, uns die Hand geführt und die Augen geöffnet...